Mehrere Menschen mit Behinderung beim Mittagessen in einer Werkstatt

Inklusion: Mitbestimmung von Menschen mit Behinderung gestärkt

Der Paritätische unterstützt die Werkstatträte in NRW

Der Paritätische Wohlfahrtsverband NRW und die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der Werkstatträte NRW haben heute einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Teil der Kooperation ist unter anderem die Einrichtung einer eigenen Geschäftsstelle für die LAG Werkstatträte in Hamm. Damit haben Menschen mit Behinderung, die in einer der rund 100 Werkstätten unter dem Dach der Freien Wohlfahrtspflege NRW arbeiten, eine neue Anlaufstelle und eine feste Basis für ihre Arbeit auf der Landesebene.

Die LAG der Werkstatträte NRW kämpft seit Jahren für die Rechte von Menschen mit Behinderung am Arbeitsplatz. Sie fordert echte Mitbestimmung für alle Menschen, die in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeiten. Und dabei haben sie die Wohlfahrtsverbände in NRW und uns, den Paritätischen NRW, von Anfang an als starken Partner an ihrer Seite“, sagt Andrea Büngeler, Landesgeschäftsführerin des Paritätischen NRW. Und weiter: „Wir freuen uns sehr, dass es uns gemeinsam gelungen ist, den Werkstatträten nun erstmals eine eigene Geschäftsstelle einzurichten, um ihre Arbeit ganz praktisch zu unterstützen. Es ist ein guter und wichtiger Schritt auf dem Weg zur Umsetzung der Inklusion, der echten Teilhabe für alle Menschen an unserer Gesellschaft!“

Neben den eigenen, barrierefreien Räumen wird die Geschäftsstelle zudem personell unterstützt: Eine Mitarbeiterin des Paritätischen NRW wird die Arbeit der Werkstatträte als Assistenz ab sofort tatkräftig und nachhaltig begleiten. Auch das ist Teil des nun frisch geschlossenen Kooperationsvertrages. „Möglich wurde dies im Rahmen des neuen Bundesteilhabegesetzes (BTHG), das unter anderem die Stärkung der Beteiligungsstrukturen für Menschen mit Behinderung vorsieht“, so Büngeler. Zwar sei die Beteiligung der Menschen mit Behinderung in den einzelnen Werkstätten selbst (über die Werkstättenmitwirkungsverordnung) schon seit längerem über die Leistungsträger der Behindertenhilfe (die beiden Landschaftsverbände in NRW) finanziert. Für die finanzielle Unterstützung der überregional tätigen Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte war das aber nicht der Fall. Andrea Büngeler: „Es bedurfte einiger intensiver Anstrengungen von Seiten der Wohlfahrtsverbände im Rahmen der BTHG-Verhandlungen mit den Leistungsträgern. Aber die Anstrengungen haben sich gelohnt. Es ist ein großer Erfolg für die Mitbestimmung von Menschen mit Behinderung.“

Hintergrund: Paritätischer NRW

Unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes NRW arbeiten rund 3.100 Mitgliedsorganisationen mit mehr als 6.200 Einrichtungen und Diensten aus allen Bereichen der sozialen Arbeit. Zu den Angeboten gehören auch viele speziell für Menschen mit Behinderung. Diese reichen von offenen Beratungsangeboten über Betreutes Wohnen bis hin zu Inklusionsunternehmen oder Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Auch viele Selbsthilfe-Organisationen haben sich dem Paritätischen Wohlfahrtsverband angeschlossen. Der Verband selbst und seine Mitgliedsorganisationen bieten zudem seit 2018 in vielen Städten Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) für Menschen mit Behinderung an. Unter anderem auch in Hamm, gleich neben der neuen Geschäftsstelle der Werkstatträte

(Weitere Informationen finden sich auch auf der Internetseite des Paritätischen NRW: www.paritaet-nrw.org/soziale-arbeit/themen/behinderung/)

Hintergrund: LAG Werkstatträte NRW

Die Landesarbeitsgemeinschaft Werkstatträte NRW ist ein Zusammenschluss von Mitarbeiter/-innen-Vertretungen von Werkstätten für Menschen mit Behinderung. In der LAG Werkstatträte NRW haben sich die Werkstatträte aus unterschiedlichen Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege (Der Paritätische, Diakonie, Caritas, AWO, DRK) organisiert. Sie vertritt über 75.000 Beschäftigte in mehr als 100 Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Nordrhein-Westfalen. Menschen, die selbst in Werkstätten arbeiten, wählen Werkstatträte, um ihre Interessen gegenüber ihrem Arbeitgeber zu vertreten. Dabei werden sie in der Regel durch Betreuer/-innen unterstützt.