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A - Z

Begriffe, die Menschen mit (drohender) Behinderung und chronisch Erkrankte kennen sollten

Wir möchten Ihnen mit den Begriffserklärungen auf dieser Seite eine Hilfestellung und erste Orientierung geben. Zu den Begriffen beraten wir Sie gerne. Auch bei dem Ausfüllen von Formularen und Anträgen sind wir Ihnen gerne behilflich.

 

 

 

A / Ä

Alltagsbegleiter

Ein Alltagsbegleiter ist jemand, der sich um Menschen im Alltag kümmert (z. B. spazieren gehen). Die gesetzliche Grundlage ist in § 45a Sozialgesetzbuch (SGB) XI zu finden. Der*Die Alltagsbegleiter*in entlasten die pflegenden Angehörigen indem Sie die pflegebedürftigen Menschen betreuen und aktivieren, auch eine Begleitung zu Ärzten sowie die hauswirtschaftliche Unterstützung zählen dazu. Der Alltagsbegleiter kann über die Pflegekasse abgerechnet werden.

 

Alten- und Pflegeheim

Bei Alten- und Pflegeheimen handelt es sich um Einrichtungen der vollstationären Pflege.
Pflegebedürftige erhalten für die Kosten der Pflege  je nach Pflegegrad einen monatlichen Zuschuss:
Pflegegrad 2 =   770 EUR
Pflegegrad 3 = 1262 EUR
Pflegegrad 4 = 1775 EUR
Pflegegrad 5 = 2005 EUR
Für Unterkunft und Verpflegung muss die pflegebedürftige Person selbst aufkommen. Bei Unterschreiten bestimmter Einkommens- und Vermögensgrenzen bestehen eventuell weitere Ansprüche.  Siehe Pflegewohngeld - Hilfe zur Pflege - Grundsicherung
Für die vollstationäre Pflege in - Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen gelten spezielle Regelungen.

 

Ambulant betreutes Wohnen

sh. auch - Betreutes Wohnen
Ambulant bedeutet an dieser Stelle, dass eine Unterstützungsleistung nicht an einen bestimmten Wohnort gebunden ist. Die Leistungen werden aufsuchend in der eigenen Wohnung erbracht und nicht in gemeinschaftlichen Wohneinrichtungen, die früher „Heime“ bzw. „stationäre Einrichtungen“ hießen.

 

Änderungsantrag

Ein Änderungsantrag nach dem Schwerbehindertenrecht (umgangssprachlich auch Verschlimmerungsantrag genannt), kann gestellt werden, wenn seit dem letzten Antrag eine neue gesundheitliche Beeinträchtigung hinzugekommen ist oder die bereits festgestellte Beeinträchtigung sich erheblich verschlechtert hat oder weggefallen ist.
Voraussetzung für einen höheren - Grad der Behindrung (GdB)  ist, dass der verschlechterte Gesundheitszustand mindestens sechs Monate besteht und dass die Änderung des - GdB mindestens zehn bewirkt.
Achtung: Es besteht die Möglichkeit, dass die zuständige Behörde den - GdB nicht erhöht, sondern sogar verringert.

 

Antrag

Ein Antrag auf Sozialleistungen sollte neben den persönlichen Daten wie Name und Anschrift auch eine Versicherungsnummer oder Kundennummer enthalten.  Anträge auf Sozialleistungen sind beim zuständigen Leistungsträger zu stellen. Wird der Antrag bei einem unzuständigen Leistungsträger gestellt, ist dieser unverzüglich an den zuständigen Leistungsträger weiterzuleiten. Im Antragsverfahren haben die Leistungsträger Fristen für die Zuständigkeitsklärung, die Bedarfsermittlung und -feststellung sowie Leistungsentscheidung zu beachten. Hierzu steht der - Fristenrechner der  Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) unter www.reha-fristenrechner.de zur Verfügung.

 

Arbeit

Die Erwerbsarbeit hat für viele Menschen eine hohe Bedeutung u.a. in der Strukturierung ihres Alltages. Dies trifft auch auf Menschen mit Behinderungen zu, die sich durch ihre Tätigkeit oftmals als wertgeschätztes Mitglied der Gesellschaft sehen. Arbeit ist ein Menschenrecht. Für Menschen mit Behinderungen gibt es mehrere Möglichkeiten in Arbeit zu kommen. Bevor Menschen mit Behinderungen arbeitslos werden, können mehrere Möglichkeiten ausgeschöpft werden unter anderem gibt es sogenannte Inklusionsbetriebe.

 

Arbeitslos

Wenn jemand arbeitslos ist bekommt die Person Unterstützung von der Agentur für Arbeit um wieder in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu gelangen. Unter einigen Vorrausetzungen auch in finanzieller Hinsicht. Sollte der betroffene Mensch eine nachgewiesene Schwerbehinderung (ab einem GdB von 50) oder eine sogenannte Gleichstellung mit einem schwerbehinderten Menschen haben, ist er/sie bei der Agentur für Arbeit in der sogenannten Rehabilitationsabteilung zu finden. Schwerbehinderte Menschen sind in Deutschland überdurchschnittlich oft von einer Arbeitslosigkeit betroffen (im Jahr 2018 betrug die Arbeitslosigkeit bei schwerbehinderten Menschen 11,2 % im Gegensatz zur Allgemeinbevölkerung dort betrug die Arbeitslosenquote lediglich 6,5 %).

 

Ärztliche Zweitmeinung

Gesetzlich krankenversicherte Personen haben einen Rechtsanspruch, vor bestimmten planbaren Operationen eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung einzuholen.  Die Zweitmeinung, die immer bei einem Facharzt einzuholen ist, dient dazu, sich ein umfassendes Bild über seinen Gesundheitszustand zu machen und sich zu vergewissern, ob eine geplante Operation erforderlich und richtig ist oder es Behandlungsalternativen gibt. Erste Eingriffe, für die diese Regelung gilt, sind die Gebärmutterentfernung und Mandeloperationen. Einige Krankenkassen übernehmen auch die Kosten einer ärztlichen Zweitmeinung für weitere Diagnosen.

 

Assistenz

Menschen mit einer Behinderung sind oftmals auf (persönliche) Assistenz angewiesen. Diese Assistenten helfen den behinderten Menschen in ihrem Alltag und ersetzen dabei die eingeschränkten oder fehlenden Körperfunktionen des behinderten Menschen. Damit eine Assistenz dem behinderten Menschen helfen kann muss zunächst ein Antrag bei dem zuständigen Kostenträger gestellt werden. Assistenten müssen um diesen Job ausführen zu können, keine ausgebildete Pflegekraft sein, sie sollten sich mit dem Menschen mit Behinderung gut verstehen und sich gut einarbeiten lassen. Das Wort Assistenz wurde gewählt, um eine Abgrenzung zur Betreuung bzw. Pflege zu sehen. Die Menschen mit Behinderungen sollen durch die Assistenten ein eigenständiges Leben führen können.

 

Autismus

Autismus ist keine Krankheit, sondern eine Entwicklungsstörung, die sich in der sozialen Interaktion, in der Kommunikation und in bestimmten Verhaltensmustern auswirkt. Häufig bezeichnet man Autismus bzw. Autismus-Spektrum-Störungen auch als Störungen der Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung. Wertvolle Informationen sind u. a. beim Bundesverband Autismus Deutschland e.V. unter www.autismus.de zu finden.

B

Bedarf

Als Bedarf im Sinne von - Teilhabe bei Behinderung bezeichnet man alles, was nötig ist, um die Schlechterstellung des Menschen mit Behinderung im Vergleich zu einem Menschen ohne Behinderung auszugleichen. Der Bedarf berücksichtigt Hilfsmittel, Unterstützungs- oder Pflegeleistungen, sowie Geldleistungen. Der Bedarf bei vorliegender Behinderung oder Pflegebedürftigkeit wird mit gesetzlich festgelegten Instrumenten zur Bedarfsermittlung festgestellt. Das können z.B. der - BEI-NRW oder das - MDK-Gutachten sein.
Der Bedarf im Sinne der -  Existenzsicherung ist durch feste Vorgaben des Gesetzgebers zum Existenzminimum definiert. D.h. es gibt für Menschen in vergleichbaren Lebenssituationen, die ihre Existenz nicht aus eigenem Einkommen sichern können, immer dieselbe Geldleistung. Bei Behinderung oder chronischer Erkrankung können - Mehrbedarfe geleistet werden.

Bedarfsermittlungsinstrument (BEI-NRW)

Der BEI-NRW wird in Nordrhein-Westfalen von den beiden überörtlichen Trägern der Eingliederungshilfe, dem Landschaftsverband Rheinland und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe verwendet, um den  - Bedarf von Menschen mit Behinderung festzustellen. Dabei bildet die „Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit“ der Weltgesundheitsorganisation die Grundlage für den BEI-NRW und für alle sonstigen Bedarfsermittlungsinstrumente im Eingliederungshilferecht. Damit werden die individuelle Ermittlung des Rehabilitationsbedarfs und gleichwertige Lebensverhältnisse für Menschen mit Behinderungen unterstützt.

Befreiung von den Zuzahlungen

Für viele Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind Zuzahlungen vorgesehen, z. B. bei Medikamenten, Krankengymnastik, Krankenhausbehandlung. Damit niemand finanziell überfordert wird, gibt es eine - Belastungsgrenze. Sobald diese erreicht ist, kann man für den Rest des Kalenderjahres von weiteren Zuzahlungen befreit werden. Viele Krankenkasse bieten auch eine Vorauszahlung der Zuzahlungen in Höhe der - Belastungsgrenze an. Dies erspart das Sammeln von Quittungen.

 

Begleitung

Das Merkzeichen „B“ für Begleitung im Schwerbehindertenausweis wird erteilt, wenn bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel eine ständige Begleitung als Folge der Beeinträchtigung erforderlich ist. Dies gilt zum Beispiel bei Querschnittsgelähmten, blinden, erheblich sehbehinderten, hochgradig hörbehinderten und geistig behinderten Menschen.
Die notwendige Begleitperson wird in öffentlichen Verkehrsmitteln und teilweise bei Inlandsflügen unentgeltlich befördert. Das Merkzeichen kann im Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung (GdB) durch Ankreuzen beantragt werden.

Begutachtung

Wie in § 17 Sozialgesetzbuch (SGB) IX festgelegt ist zur Feststellung des Rehabilitationsbedarfs ein Gutachten erforderlich. Die Kosten für eine Begutachtung, die von einem Kostenträger veranlasst wurde, werden auf Antrag von diesem erstattet. Bei dem Begriff Begutachtung wird jedoch sehr oft an die - Pflegebegutachtung gedacht, diese erfolgt nach einem Antrag bei der zuständigen Pflegekasse auf Erlangung eines Pflegegrades. Diese Begutachtung erfolgt in der Regel durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse oder bei privat Versicherten durch Medicproof. Dieser besucht die*den Antragssteller*in in ihrem*seinem gewohnten Lebensumfeld und schreibt anhand dieser Begutachtung ein Gutachten. Aufgrund dieses Gutachtens stuft die Pflegekasse den Pflegebedürftigen in einen Pflegegrad ein.

Behandlungspflege

Die Behandlungspflege dient zur Sicherung der ärztlichen Behandlung und kann im Rahmen der - Häuslichen Krankenpflege vom Arzt verordnet werden. Zur Behandlungspflege zählen ausschließlich medizinische Hilfeleistungen, die nicht von einem Arzt erbracht werden müssen, wie z. B. Blutzuckermessung und Verabreichung von Injektionen, Verbandswechsel oder die Dekubitusversorgung.  Die Verordnung muss dem Kostenträger (in der Regel die gesetzliche Krankenkasse) zur Genehmigung vorgelegt werden.

Behinderung

Menschen mit Behinderung sind Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkungen mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können.
Menschen sind von Behinderung bedroht, wenn eine Beeinträchtigung zu erwarten ist.

Belastungsgrenze

Die Belastungsgrenze für Zuzahlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen des Familienhaushalts. Für den Ehegatten/Lebenspartner wird ein Betrag in Höhe von 5.733,00 EUR abgezogen, für jeden weiteren Angehörigen 3.822,00 und für jedes zu berücksichtigende Kind 7.812,00 EUR.
Die Grenze wird in jedem Kalenderjahr neu berechnet. Für chronisch Kranke beträgt die Belastungsgrenze ein Prozent der Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt.

Beratung durch Kostenträger

Kostenträger (auch  - Leistungsträger genannt) sind zur Beratung verpflichtet. Dies ergibt sich aus § 14 Sozialgesetzbuch I (§ 14 SGB I): Jeder hat Anspruch auf Beratung über seine Rechte und Pflichten nach diesem Gesetzbuch. Zuständig für die Beratung sind die Leistungsträger, denen gegenüber die Rechte geltend zu machen oder die Pflichten zu erfüllen sind.  Eine fehlerhafte Beratung kann gegenüber dem Leistungsträger im Einzelfall einen sozialrechtlichen Herstellungsanspruch (Herstellung des Zustandes, der bei richtiger Beratung eingetreten wäre) oder ggfs. auch einen Schadensersatzanspruch wegen Amtspflichtverletzung herbeiführen.

Besondere Wohnform

Das ist der Name für eine Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung, die bis zum 31.12.2019 noch „Heim“ oder „Wohnheim“ hieß. Im Kreis Kleve unterhalten viele verschiedene Einrichtungen und Träger „besondere Wohnformen“. Menschen mit einer kognitiven oder seelischen Behinderung, die nicht in der eigenen Wohnung betreut werden können, wohnen hier zusammen und erhalten  Assistenz durch Mitarbeiter*innen der besonderen Wohnform. Der Unterstützungsbedarf wird mit einem Bedarfsermittlungsinstrument festgestellt, dem „BEI-NRW“, und die Leistung heißt „Eingliederungshilfe“. Für das eigene Zimmer gibt es einen separaten Wohnvertrag, ähnlich einem Mietvertrag in der eigenen Wohnung. Wer zu wenig Geld hat, um Miete und Verpflegung zu bezahlen, kann einen Antrag beim Grundsicherungsamt stellen und erhält dort existenzsichernde Leistungen.

Betreutes Wohnen

„Bewo“ ist der alte Name für Assistenz für Menschen mit Behinderung, die in der eigenen Wohnung leben und dort wegen ihrer Behinderung Unterstützung benötigen. Die „Fachleistungsstunden“ wurden vom LVR bezahlt. Heute heißt diese Fachleistung „qualifizierte Assistenz“. Zusätzlich gibt es die „unterstützende Assistenz“, die Menschen in der eigenen Wohnung erhalten können, wenn sie eine körperliche Behinderung haben. Der Name „Betreutes Wohnen“ ist nicht geschützt und wird auch noch verwendet für bestimmte Wohn- und Pflegeeinrichtungen für Senioren oder Menschen mit Demenz oder für bestimmte Dienstleistungen im Zusammenhang mit barrierearmem Wohnraum. Wer für die Leistungen die Kosten trägt, muss im Einzelfall geklärt werden.

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Seit 2004 sind Arbeitgeber verpflichtet, den Beschäftigten, die innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig sind, ein BEM anzubieten. Der Arbeitgeber soll im Gespräch klären, wie die Arbeitsunfähigkeit möglichst überwunden werden und mit welchen Leistungen oder Hilfen erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt werden und der Arbeitsplatz erhalten werden kann. Gesetzliche Grundlage bildet § 167 Absatz 2 Sozialgesetzbuch IX (SGB IX). Weitere Informationen gibt es unter www.bar-frankfurt.de/BEM-Kompass

Bildung

Bildung ist ein international anerkanntes Menschenrecht und es ist ein vielseitig definierbarer Begriff. Je höher die Bildung ist, desto mehr Verständnis ist vorhanden für neues Wissen, beziehungsweise zur Aufnahme neues Wissens. Bildung ist ein lebensbegleitender Entwicklungsprozess des Menschen zu der Persönlichkeit, die er sein kann, aber noch nicht ist. Oftmals wird Bildung gleichgesetzt mit den Bildungseinrichtungen (z.B. Schulen), zwar ist die Bildung ein großer Aspekt der Pädagogik, allerdings ist sie auch autodidaktisch möglich. Menschen mit Behinderungen haben gemäß § 75 Sozialgesetzbuch (SGB) IX einen Anspruch auf Leistungen zur Teilhabe an Bildung.

 

Blind

In Deutschland leben ca. 155.000 blinde Menschen. Als „blind“ gilt, wer auf dem besseren Auge trotz Brille oder Kontaktlinsen eine Sehkraft von nicht mehr als 2 Prozent der normalen Sehkraft besitzt. Blindheit kann auch bei einer besseren Sehschärfe vorliegen, wenn das Gesichtsfeld beeinträchtigt ist. Menschen, die als blind oder hochgradig sehbehindert gelten, haben besondere Leistungsansprüche und Nachteilsausgleiche. Wer allein aufgrund der Sehbehinderung einen Grad der Behinderung (GdB) von 100 hat und blind ist, erhält zusätzlich das Merkzeichen Bl (blind) im Schwerbehindertenausweis.

Blindengeld

Blindengeld wird nur auf Antrag gewährt. Die Ursache der Sehbehinderung/Blindheit und der Wohnsitz der Betroffenen entscheiden über die Zuständigkeit. Grundsätzlich ist der Landschaftsverband Rheinland (LVR) für Menschen in Nordrhein-Westfalen zuständig. Der Antrag kann auch bei der Gemeinde oder Kreisverwaltung gestellt werden. Beim erstmaligen Antrag ist eine augenärztliche Bescheinigung oder ein Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen (Bl) erforderlich.

Bundesteilhabegesetz (BTHG)

Das Bundesteilhabegesetz ist ein sogenanntes Artikelgesetz. Es ändert Regelungen in bestehenden Gesetzen wie zum Beispiel in den Sozialgesetzbüchern. Das BTHG ist am 23.12.2016 erlassen worden und tritt in vier Reformstufen in Kraft beziehungsweise ist schon in Kraft getreten. Die erste Stufe trat am 01.01.2017 in Kraft die zweite ein Jahr darauf die dritte am 01.01.2020 und die letzte Stufe tritt am 01.01.2023 in Kraft. Das BTHG soll bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) in Deutschland helfen.

Budget für Arbeit

Das Budget für Arbeit ist eine Leistung des Trägers der Eingliederungshilfe und richtet sich an Menschen die in WfbM arbeiten beziehungsweise die dort arbeiten sollen. Das Budget für Arbeit ist eine Teilhabeleistung die im § 61 SGB IX gesetzlich verankert ist. Es wird als Alternative zur Arbeit in einer WfbM verstanden. Ein weiteres Ziel ist es, dass Menschen mit Behinderungen durch das Budget für Arbeit ein finanziell unabhängigeres Leben führen können und damit auch ein selbstbestimmteres. Das Budget für Arbeit besteht aus einem Lohnkostenzuschuss sowie einer Anleitung und Begleitung am Arbeitsplatz für die Arbeitnehmer. Für Menschen die das Budget für Arbeit in Anspruch nehmen, besteht ein Rückkehrrecht in eine WfbM. 

C

Chronikerbescheinigung

Ein bundesweit einheitliches Formular, mit dem Arztpraxen dem Patienten eine schwerwiegende chronische Erkrankung bescheinigen können. Dadurch reduziert sich die - Belastungsgrenze  von zwei auf ein Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt. Der Vordruck (Muster 55) ist in den Arztpraxen vorrätig.

Chronische Erkrankung

Unter einer chronischen Erkrankung versteht man eine länger andauernde, in der Regel schwer heilbare Krankheit. In der gesetzlichen Krankenversicherung hat die Definition „schwerwiegend chronische Erkrankung“ im Rahmen der - Befreiung von den Zuzahlungen Auswirkungen auf die Höhe der - Belastungsgrenze. Sie reduziert sich von zwei auf ein Prozent der  - Belastungsgrenze.

D

E

Eingliederungshilfe

Die Eingliederungshilfe sind Hilfen, die Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen sollen. Eingliederungshilfeleistungen bekommt ein Mensch mit Behinderung nachdem er*sie einen Antrag gestellt hat. Seitdem die 3. Stufe des Bundesteilhabegesetzes in Kraft getreten ist, ist die Eingliederungshilfe im Sozialgesetzbuch (SGB) IX Teil 2 zu finden. Somit wurde sie aus der Sozialhilfe herausgelöst. Die Ziele der Eingliederungshilfe sind u. a. ein eigenständiges Leben dem Menschen mit Behinderung zu ermöglichen und die Förderung der vollen und gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben des Menschen mit Behinderung zu ermöglichen.

 

Einkommensfreigrenze, Vermögensfreigrenze

Wenn Leistungen bei Behörden beantragt werden, stammen diese aus unterschiedlichen Gesetzen bzw. Sozialgesetzbüchern. Wer sich aus eigenen Mitteln selbst helfen kann, muss zunächst die notwendigen Hilfen selbst bezahlen. Wer jedoch wenig Einkommen oder Vermögen hat, muss das nicht tun und erhält das Geld von der Behörde, dem Kostenträger. Was hierbei „wenig“ bedeutet, wird in den unterschiedlichen Gesetzen unterschiedlich festgelegt. Nur wer über Einkommen bzw. Vermögen unterhalb der festgelegten Grenze verfügt, hat Anspruch auf Auszahlung der Leistung.

 

Einrichtung für Menschen mit Behinderung

- Besondere Wohnform
- Wohnen in Pflege- oder Gastfamilien

Elternassistenz

Aufgabe der Elternassistenz ist es, die behinderungs- oder erkrankungsbedingten Einschränkungen der Eltern auszugleichen. Den Eltern soll dadurch ermöglichet werden, ihre Verantwortung für das Kind selbstbestimmt wahrzunehmen.  Der Bedarf bezieht sich auf die Erziehung und Versorgung des Kindes, zum Beispiel die Pflege und Versorgung des Kindes, Begleitung zum Kinderarzt und zu Therapien, Unterstützung im Haushalt). Gesetzlich festgelegt ist der Anspruch in § 78 Absatz 3  Sozialgesetzbuch IX).

Entlastungsbetrag

Der Entlastungsbetrag ist eine Leistung der Pflegeversicherung, die bereits ab dem Pflegegrad 1 gewährt wird. Es handelt sich dabei um 125,- € pro Monat, die an Pflege-, Hauswirtschafts- oder Betreuungsdienste gezahlt werden, sofern diese von den Pflegekassen anerkannt sind. Die Dienste stellen Mitarbeiter*innen zur Verfügung, um die pflegenden Angehörigen mit niedrigschwelligen Hilfe- und Betreuungsleistungen zu entlasten. Der Entlastungsbetrag kann nicht als Geldbetrag ausgezahlt, sondern nur als Sachleistung genutzt werden.

Erwerbsminderungsrente

Eine „volle“ Erwerbsminderungsrente erhält, wer wegen Krankheit oder Behinderung weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann. Die Prüfung bezieht sich nicht auf die aktuelle oder letzte Tätigkeit, sondern auf alle Tätigkeiten. Zusätzlich müssen die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt werden. Vor einer Rentenbewilligung prüft der Leistungsträger, ob durch Leistungen der medizinischen oder beruflichen Rehabilitation die Erwerbsfähigkeit gebessert oder wiederhergestellt werden kann.
Eine „Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung“ erhält, wer wegen Krankheit oder Behinderung noch mindestens drei, aber nicht mehr als sechs Stunden täglich arbeiten kann.
Die Rente ergänzt die Einkünfte aus einer Teilzeitbeschäftigung.

F

Fachärztliche Bescheinigung

Für die Ausstellung von Vordrucken im Rahmen der vertragsärztlichen Behandlung rechnet der Vertragsarzt die Kosten über die Krankenversichertenkarte ab. Schriftliche Informationen, kurze Bescheinigungen und Auskünfte sind vom Vertragsarzt grundsätzlich gegen Erstattung von Auslagen auszustellen.

Facharzt

Die ambulante vertragsärztliche Versorgung gliedert sich in die hausärztliche und fachärztliche Versorgung. Die hausärztliche Versorgung wird von Allgemeinmedizinern und Internisten ohne nähere Gebietsbezeichnung wahrgenommen. Bei der Suche nach einem Arzt unterstützen Internet-Suchmaschinen wie vdek Arztlotse, AOK-Arztnavigator.

 

Familienunterstützender Dienst (FüD)

Der Familienunterstützende Dienst (teilweise auch Familienentlastender Dienst genannt), unterstützt Familien, in denen ein Kind, Jugendlicher oder Erwachsener mit Behinderung lebt.  Ziel ist, dass die Angehörigen trotz Pflege am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilnehmen können und dem Mensch mit Behinderung mehr Selbstbestimmung und Unabhängigkeit vermittelt wird. Anbieter sind z. B.  die Wohlfahrtsverbände, ambulante Pflegedienste oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Die Kosten werden durch die Pflegeversicherung im Rahmen des Entlastungsbetrages oder Verhinderungspflege, über das Sozialamt oder Jugendamt finanziert.

 

Fahrkosten

Die gesetzlichen Krankenkassen und andere Kostenträger übernehmen die Fahrkosten zur stationären Behandlung und Kur. Welches Transportmittel benutzt werden kann, richtet sich nach der medizinischen Notwendigkeit im Einzelfall. Fahrkosten zur ambulanten Behandlung können in Ausnahmefällen übernommen werden z. B. bei Dialyse, Chemo- oder Strahlentherapie.

 

 

Freizeit

Ist eine Zeit die der Mensch frei gestalten kann. In der er keine Verpflichtungen hat und ihm niemand sagt was er oder sie zu machen hat. Für Menschen mit Behinderungen ist die Freizeit ebenso wichtig wie für Menschen ohne Einschränkungen. Es ist sehr wichtig das Menschen mit Behinderungen ihre Freizeit selbstbestimmt verbringen können und aus diesem Grund gibt es die sogenannte Freizeitassistenz. Oftmals gibt es Schwierigkeiten aufgrund der nicht vorhandenen Barrierefreiheit in den verschiedenen Lokalitäten (z.B. Kino, Cafe, Club, Stadion). Es gibt auch Angebote in denen Menschen mit Behinderungen sich untereinander austauschen können und Erfahrungen abgleichen.

 

Fristenrechner

Der Fristenrechner ist ein Programm, das online durch die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation zur Verfügung gestellt wird. Man kann damit herausfinden, innerhalb welcher Zeit die Behörden bzw. die Kostenträger einen gestellten Antrag auf Teilhabeleistungen bearbeitet und bewilligt haben muss. Der Fristenrechner ist für jeden zugänglich unter www.reha-fristenrechner.de

 

Frühförderung

ist eine Teilhabeleistung, die für Kinder mit einer festgestellten Behinderung oder Entwicklungsstörung von Geburt bis zur Einschulung beantragt werden kann. Auch zunächst nicht erklärbare Auffälligkeiten beim Kind können im Rahmen der Frühförderung diagnostiziert und behandelt werden. In Frühförderstellen arbeiten Fachkräfte aus den unterschiedlichen Berufen (z.B. Fachärzte, Therapeuten, Heilpädagogen, Pädagogen) an der umfassenden Behandlung und Begleitung der Kinder und ihrer Familien. Die Frühförderung zielt darauf, durch möglichst frühes Einsetzen von Behandlung einen positiven Einfluss auf den Entwicklungsverlauf des Kindes zu nehmen und so die Folgen von Behinderung zu mildern, zu beseitigen, oder gar nicht erst eintreten zu lassen.

 

Führerschein

Der Erwerb eines Führerscheins um ein Kraftfahrzeug zu führen ist selbstverständlich auch mit einer Behinderung möglich. Die Kosten für die Erlangung einer Fahrerlaubnis kann im Rahmen der Teilhabe am Arbeitsleben übernommen werden. Bei Zweifeln an der Fahrtauglichkeit kann die Führerscheinstelle ein fachärztliches Gutachten, eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) oder ein technisches Gutachten anfordern. Der Erwerb eines Führerscheins ist oftmals auch verbunden mit einer neu gewonnenen Mobilität für den Menschen mit Behinderung und eine Entlastung für die Angehörigen. Es gibt Fahrschulen die sich auf Menschen mit Behinderungen spezialisiert haben und dies bei allen erdenklichen Hürden zur Erlangung einer Fahrerlaubnis begleiten.

G

Gastfamilie

Das Leben in Gastfamilien (LiGa) ist ein Wohnangebot für Menschen, die aufgrund von Krankheitsfolgen weder alleine noch in einer therapeutischen Einrichtung leben wollen.
Es handelt sich um eine Leistung der Eingliederungshilfe des Landschaftsverbands Rheinland (LVR). Innerhalb der Gastfamilie soll ein möglichst selbstbestimmtes Leben geführt werden.

 

Gebärdensprache (siehe auch Gebärdensprachdolmetscher*in, Hörbeeinträchtigung)

Die Gebärdensprache ist eine visuell-manuelle Sprache und besteht neben der Mimik aus der Körperhaltung der Sprechenden. In Deutschland unterhalten sich mit der Deutschen Gebärden Sprache (kurz: DGS) Gehörlose bzw. von einer Hörbeeinträchtigung betroffenen Menschen. Im Gegensatz zur vorherrschenden Meinung, gibt es auch bei der DGS verschiedene Dialekte. Die DGS ist auch keine international gültige Sprache. Jedes Land verfügt über eine eigene Gebärdensprache.

Gebärdensprachdolmetscher*in (siehe auch Gebärdensprache, Hörbeeinträchtigung)

Dies ist eine Person die in der Regel von deutscher Lautsprache in Deutsche Gebärdensprache übersetzt. Sie ist ausschließlich in der Funktion der Sprachübermittlerin tätig und nicht als Berater. Wer der Kostenträger im Einzelfall ist, kommt immer auf die Situation an, in der der Gebärdensprachdolmetscher benötigt wird.
Im Folgenden finden Sie daher exemplarisch einen kleinen Auszug der Träger, die im Rahmen von Sozialleistungen die Kosten für Dolmetscher übernehmen können – natürlich gibt es darüber hinaus aber auch noch weitere Bereiche:

-    Krankenkassen:
z.B. Arztbesuche, Physiotherapie, ambulante Krankenhaustermine
-    Krankenhaus:
z. B. stationäre Krankenhausbehandlungen
-    Die Pflegekassen:
z.B. Beratungsgespräche
-    Die Deutsche Rentenversicherung Bund:
z.B. Beratungsgespräche, Kontenklärung
-    Die Berufsgenossenschaften:
z. B. im Rahmen von Leistungen der Berufsgenossenschaften
-    Die Bundesagentur für Arbeit und die Agenturen für Arbeit/Jobcenter:
z. B. Beratungsgespräche, Vorstellungsgespräche, z.T. Probearbeit/Einarbeitung
-    Sozialamt:
z.B. Gespräche, Hilfeplangespräche,
-    Jugendamt:
z.B. Gespräche, Beratungen
-    Integrationsamt:
z. B. für Leistungen im Arbeitsleben
-    und weitere mehr

Um geeignete Gebärdensprachdolmetscher zu finden gibt es Homepages mit Auflistungen von Gebärdensprachdolmetschern. Die Listen die nun folgen sind nach Bundesländern vorsortiert und alphabetisch geordnet, sodass Sie möglichst schnell einen Ansprechpartner in Ihrer Nähe finden
gehoerlosen-bund.de/barrierefreier%20service/dolmetscherzentralen
www.kestner.de/n/dolmetschen/dolmetschen-liste.htm.

Gehörlosigkeit  - Hörbeeinträchtigung

In der Bundesrepublik Deutschland leben ca. 80.000 Gehörlose. Nach Angaben des Deutschen Schwerhörigenbundes gibt es ca. 16 Millionen Schwerhörige. Ca. 140.000 davon haben einen Grad der Behinderung von mehr als 70 und sind auf Gebärdensprach-Dolmetscher angewiesen. Bei einer Gehörlosigkeit sind beide Ohren von Taubheit betroffen: Der Hörsinn ist vollständig ausgefallen. Geräusche und Töne sind dadurch nicht oder nur ganz minimal wahrnehmbar.

Geistige Behinderung

Die Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung sind eine sehr heterogene Gruppe. Es gibt große Unterschiede, trotz der gleichen Eingruppierung. Die Umschreibung geistige Behinderung ist oftmals irreführend, denn es liegt bei manchen Menschen, die dazu gezählt werden, lediglich eine Lernbehinderung oder eine kognitive Einschränkung vor. Das zentrale Merkmal einer geistigen Behinderung ist eine erhebliche Lernbeeinträchtigung, hervorgerufen in der Regel durch eine Hirnschädigung oder Hirnfunktionsstörung. Viele junge geistig behinderte Menschen gehen nach ihrer Schulzeit meistens in eine Werkstatt für behinderte Menschen. Es gibt mittlerweile Alternativen zu dem klassischen Weg. Wie z.B. die Unterstützte Beschäftigung und das Budget für Arbeit.

Gleichstellung

Behinderte Menschen mit einem festgestellten Grad der Behinderung von weniger als 50 aber mindestens 30, können unter bestimmten Voraussetzungen den schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden. Der Antrag ist bei der Agentur für Arbeit zu stellen.

Grad der Behinderung

Der Grad der Behinderung (GdB) beziffert die Schwere einer Behinderung. Er kann zwischen 20 und 100 variieren und wird in Zehnerschritten gestaffelt. Liegen mehrere Beeinträchtigungen vor, wird ein Gesamt-GdB ermittelt. Hier werden nicht die einzelnen Behinderungsgrade mehrerer Beeinträchtigungen zusammengerechnet. Entscheidend für den Gesamt-GdB ist, wie sich einzelne Funktionsbeeinträchtigungen zueinander und untereinander auswirken.

Grundpflege

Die Grundpflege kann Bestandteil der -Häuslichen Krankenpflege sein und beinhaltet pflegerische Leistungen im Bereich der Körperpflege und Ernährung.

Grundsicherung

Hilfebedürftige Personen, die die Altersgrenze erreicht haben oder wegen einer bestehenden Erwerbsminderung auf Dauer ihren Lebensunterhalt nicht aus eigener Erwerbstätigkeit bestreiten können, haben grundsätzlich Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Zuständig sind die örtlichen Träger der Sozialhilfe (Sozialämter).

 

Gutachter

Leistungsträger beauftragen Gutachter, soweit dies für die Entscheidung über eine  Leistung erforderlich ist. Gutachten können nach Aktenlage oder durch persönliche Begutachtung erfolgen. Grundsätzlich sollte die Person, die eine Leistung begehrt, einer Einladung zur Begutachtung Folge leisten. Andernfalls können Leistungsanträge wegen fehlender Mitwirkung abgelehnt werden. Der Auftraggeber (in der Regel der Leistungsträger) trägt grundsätzlich die Kosten für das Gutachten, für die notwendigen Reisekosten zur Begutachtung sowie für einen Verdienstausfall.

H

Hamburger Modell - Stufenweise Wiedereingliederung   

 

Haushaltshilfe

Eine Haushaltshilfe ist eine Person, die im Haushalt unterstützt oder diesen weiterführt. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem Einkaufen, Kochen, Waschen und Putzen sowie die Betreuung und Versorgung von Kindern. Unter bestimmten Voraussetzungen können die Kosten von Krankenkassen oder anderen Leistungsträgern übernommen werden.

Häusliche Krankenpflege

Die häusliche Krankenpflege umfasst die Leistungen der - Behandlungspflege und - Grundpflege  die durch eine qualifizierte Pflegekraft erbracht wird und die hauswirtschaftliche Versorgung. Die häusliche Krankenpflege wird vom Arzt verordnet und muss durch den Kostenträger (in der Regel die gesetzliche Krankenkasse) genehmigt werden. Sofern keine Befreiung von den Zuzahlungen vorliegt, ist pro Verordnung ein Eigenanteil von 10,00 EUR sowie 10 Prozent der Kosten zu tragen.

Heilmittel

Um Krankheiten zu heilen, zu lindern oder ihnen vorzubeugen, kann der Arzt Heilmittel verordnen. Heilmittel sind nichtärztliche Behandlungsverfahren, die von speziell ausgebildeten Therapeuten erbracht werden. Zu den Heilmitteln gehören
• die Physiotherapie (Krankengymnastik, Manuelle Therapie, Lymphdrainage oder Massagen
• die Podologische Therapie (medizinische Fußpflege),
• die Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie (Logopädie)
• die Ergotherapie
• die Ernährungstherapie in besonderen Fällen.
Nur Vertragspartner können die verordneten Leistungen mit den Kostenträgern abrechnen. Liegt keine Zuzahlungsbefreiung vor, ist eine gesetzliche Zuzahlung von 10,00 EUR je Verordnung und 10 Prozent der Kosten zu leisten, wenn die gesetzliche Krankenkasse Kostenträger ist.

 

Hilfen für hochgradig sehbehinderte Menschen

Hochgradig sehbehinderte Menschen mit Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen erhalten auf Antrag zum Ausgleich der durch die Sehbehinderung bedingten Mehraufwendungen eine Hilfe von monatlich 77,00 EUR. Voraussetzung ist, dass das 16. Lebensjahr vollendet wurde und das bessere Auge mit Gläserkorrektur eine Sehschärfe von nicht mehr als fünf Prozent aufweist, oder eine gleichwertige Einschränkung vorliegt. Zuständig ist der Landschaftsverband Rheinland (LVR).

 

Hilfe zur Pflege

Die „Hilfe zur Pflege“ ist im Sozialgesetzbuch (SGB) XII beschrieben und zählt zur Sozialhilfe. Das Sozialamt übernimmt bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen dieselben Leistungen wie die Pflegekasse, allerdings immer erst dann, wenn die vorrangig zuständige Pflegekasse nicht oder nur in zu geringem Umfang leistet. Hierzu gehören zum Beispiel kostenintensive (Schwerst-)Pflege, wenn die Leistungen der Pflegeversicherung nicht ausreichen oder die Kosten für Unterkunft und Verpflegung bei der Pflege in Heimen oder anderen gleichartigen Einrichtungen.

Hilfsmittel

Hilfsmittel sind Geräte oder Gegenstände, die Ärzte verordnen, um eine körperliche Beeinträchtigung auszugleichen, ihr vorzubeugen oder um eine Heilbehandlung zu sichern.  Dazu gehören beispielsweise Sehhilfen, Gehhilfen, Hörgeräte, Inkontinezartikel oder Kompressionsstrümpfe. Hilfsmittel werden von verschiedenen Leistungserbringern abgegeben, z. B. von Sanitätshäusern, Homecare-Unternehmen oder Apotheken. Die Dienstleister müssen einen Versorgungsvertrag mit den Kostenträgern haben. Das Hilfsmittel-Verzeichnis des GKV-Spitzenverbandes gibt einen Überblick über alle Hilfsmittel, die zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden können. Wird das Hilfsmittel zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse verordnet, beträgt die gesetzliche Zuzahlung 10 Prozent der Kosten, mindestens fünf, maximal zehn Euro, sofern keine Zuzahlungsbefreiung vorliegt.

Hörbeeinträchtigung

Um eine Hörbeeinträchtigung festzustellen, muss sich der Patient einen Hörtest unterziehen. Das Ergebnis wird in dB (=Dezibel) angegeben und bezeichnet den Hörverlust des Patienten im Hauptsprachbereich. Es wird zwischen leichter (20 bis 40 dB), mittelgradiger (ab 40 dB) und schwere (ab 60 dB) Hörminderung unterschieden. Resthörigkeit beschreibt einen Hörverlust zwischen 90 und 100 dB. Ab einem Hörverlust in Höhe von 100 dB sprechen wir von einer Taubheit.

I

Inklusion

Inklusion von Menschen mit Behinderungen ist in aller Munde, aber was bedeutet der Begriff eigentlich? Es bedeutet, dass wir als Gesellschaft keinen Menschen mehr separieren dürfen (das hieße dann Exklusion) oder ihn in eine Gruppe von Menschen integrieren (das wäre dann die Integration) sondern, dass alle Menschen mit den gleichen Rechten versehen miteinander leben sollen. Die Inklusion wird oft auf das Thema Menschen mit Behinderungen im schulischen Kontext reduziert. Es geht jedoch weit darüber hinaus und betrifft nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern z.B. auch Menschen mit Migrationshintergrund oder ältere Menschen. Auch die Begrenzung auf den schulischen Kontext ist nicht richtig, da es auch die Arbeitswelt und die Freizeit betrifft.

Inklusionsamt

Das LVR-Inklusionsamt ist zuständig für die Teilhabe schwerbehinderter Menschen und ihnen gleichgestellter auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Es bietet sowohl für Arbeitgeber als auch für schwerbehinderte Menschen unterschiedliche Unterstützungsangebote an und arbeitet mit verschiedenen Partnern zusammen. Träger des Inklusionsamtes im Rheinland ist der Landschaftsverband Rheinland, kurz LVR. Es ist dem Dezernat 5 Schulen, Inklusionsamt, Soziale Entschädigung zugeordnet.

Inklusionsbüros

Im Südkreis Kleve wird im Rahmen einer Projektförderung ein Beratungs- und Unterstützungsangebot für Familien mit Kindern mit Behinderung vorgehalten. Die Inklusionsbüros verstehen sich als zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Inklusion in Geldern, Kevelaer und Straelen. Angeboten wird eine einrichtungsunabhängige Beratung, die sich am Bedarf des betroffenen Kindes und an den Wünschen der Eltern orientiert. Themen der Beratung sind Fördermöglichkeiten in Kitas und Schulen / Schulformen, Übergang vom Kindergarten zur Schule, Freizeitangebote für das Kind, Unterstützung bei der Antragstellung und Behördengängen.

Integrationsfachdienst (IFD)

Der Integrationsfachdienst (kurz: IFD) ist ein hauptsächlich von der Ausgleichsabgabe finanzierter Dienst der sich mit dem Auftrag der Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die Arbeitswelt. Der IFD wird im Auftrag des Inklusionsamtes in NRW bei den beiden Landschaftsverbänden tätig und verwirklicht Teilhabeansprüche im Arbeitsleben. Es gibt mehrere Bereiche in denen der IFD gefragt ist. Zum einen ist die Sicherung des Arbeitsplatzes des schwerbehinderten Menschen bei eventuell auftretenden Schwierigkeiten am Arbeitsplatz zu nennen. Der IFD soll auch die Arbeitgeber hinsichtlich etwaiger Fördermöglichkeiten beraten. Zudem ist der IFD ein wichtiger Ansprechpartner für die Werkstätten für behinderte Menschen zur Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt. Beim Übergang von der Schule auf den Arbeitsmarkt bei Menschen mit Behinderungen ist der IFD mit seiner weitreichenden Expertise ebenso erster Ansprechpartner. Die Begrifflichkeit, Aufgaben, Beauftragung und Finanzierung sind durch das Sozialgesetzbuch IX (§§ 185, 192 und folgende) sowie die Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung geregelt.

J

Jahreseinkommen

Bei der Ermittlung von Eigenbeteiligungen (zum Beispiel bei der Eingliederungshilfe oder bei Zuzahlungsbefreiungen) wird das Jahreseinkommen zugrunde gelegt. Davon werden Freibeträge – abhängig von der Art des Jahreseinkommens und vom Familienstand – abgezogen, bevor der prozentuale Eigenanteil berechnet wird. Das Jahreseinkommen dient auch als Anspruchsgrundlage für Leistungen, zum Beispiel bei Wohngeld oder Elterngeld.

Jugendamt

Das Jugendamt steht Bürgerinnen und Bürgern in jedem (Land)-Kreis und in vielen Städten zur Seite. In manchen Orten hat es einen anderen Namen, zum Beispiel „Fachbereich Jugend“ oder „Fachbereich Familie“. Das Jugendamt fördert, berät und schützt. Mehr dazu unter Kinder- und Jugendhilfe. An das Jugendamt kann sich jede Person wenden, insbesondere auch Kinder und Jugendliche, wenn sie Probleme haben oder in Notsituationen sind.

Jugendhilfe (siehe Kinder- und Jugendhilfe)

 

Jugendschutz

Das Jugendschutzgesetz regelt den Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Öffentlichkeit. Es beschränkt den Zugang zu Produkten oder Orten, von denen eine mögliche Gefährdung für Kinder und Jugendliche ausgehen kann. Das betrifft zum Beispiel den Aufenthalt in Gaststätten, Diskotheken und Tanzveranstaltungen, den Zutritt zu Spielhallen sowie den Alkohol- und Tabakkonsum und problematische Medieninhalte.
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beschreibt in der Broschüre „Jugendschutz – verständlich erklärt“ Fälle aus der Praxis. Die Broschüre kann kostenlos heruntergeladen werden unter https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/jugendschutz---verstaendlich-erklaert/86302

K

Kinder- und Jugendhilfe

Die Kinder- und Jugendhilfe ist im Achten Sozialgesetzbuch (SGB VIII) beschrieben und bietet die Grundlage für zahlreiche Leistungen und Angebote für Kinder, Jugendliche und ihren Familien. Ein großer Teil umfasst die Kindertagesbetreuung (Kita oder Kindertagespflegestelle). Weitere Leistungen sind die Kinder- und Jugendarbeit, die Erziehungsberatung, ambulante Hilfen zur Erziehung und sozialpädagogische Familienhilfe und Tagesgruppen. Das Jugendamt kümmert sich auch in Krisensituationen um das Kind bzw. den Jugendlichen und wirkt in familiengerichtlichen Verfahren mit.
Ausführliche Informationen bietet die Broschüre „Kinder- und Jugendhilfe“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter
https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/kinder--und-jugendhilfe/90470


Kognitive Beeinträchtigung

Unter dem Begriff „kognitive Störungen“ werden Beeinträchtigungen der äußeren und inneren Informationsverarbeitung im Gehirn zusammengefasst. Zu den kognitiven Funktionen gehören unter anderem Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Handlungsplanung, Urteilsfähigkeit, Problemlösung und Kommunikation. Kognitive Störungen können verschiedene Ursachen haben, beispielsweise Demenz, hirnorganische Schädigungen, Alkohol- oder Drogenmissbrauch oder Krankheiten wie MS oder Parkinson.

 

Körperbehinderung

Ein Mensch wird als körperbehindert bezeichnet, wenn sie*er eine Schädigung des Stütz- und Bewegungsapparates aufweist, einer anderen organischen Schädigung oder einer chronischen Krankheit und dadurch in ihren Verhaltensmöglichkeiten beeinträchtigt ist, sodass die Selbstverwirklichung in der sozialen Interaktion erschwert ist. Somit kann in zwei unterschiedlichen Ebenen unterschieden werden:

1. Die körperliche Beeinträchtigung und 2. Die soziale Interaktion.

Kosten der Unterkunft

Diese werden ermittelt, sobald bei einer Behörde, z.B. dem Grundsicherungsamt oder dem Jobcenter, ein Antrag auf „existenzsichernde Leistungen“ gestellt wird, weil eine Person zu geringe Einkünfte hat, um Miete und Lebenshaltungskosten selbst zu bezahlen. Um die Kosten der Unterkunft, also der Wohnung, nachzuweisen, muss ein Mietvertrag bzw. eine Mietbescheinigung vom Vermieter vorgelegt werden. Das gilt sowohl für die eigene Wohnung, als auch für betreute Wohngemeinschaften oder besondere Wohnformen. Die Behörde stellt dann fest, ob die Kosten der Unterkunft „angemessen“ sind, denn es gibt eine Obergrenze für Wohnkosten, die von der Behörde übernommen werden. In besonderen Wohnformen sind diese Obergrenzen höher als in selbständigen Wohnformen.

Krankenhausbehandlung

Krankenkassen (oder andere Leistungsträger) übernehmen die Kosten für medizinisch notwendige Krankenhausbehandlung in zugelassenen Krankenhäusern.  Neben der vollstationären Krankenhausbehandlung gibt es die vor- und nachstationäre Krankenhausbehandlung sowie die teilstationäre Behandlung. Die gesetzliche Zuzahlung bei Kostenübernahme durch die Krankenkasse beträgt 10,00 EUR je Tag für maximal 28 Tage pro Kalenderjahr, wenn Versicherte das 18 Lebensjahr vollendet haben und nicht von der Zuzahlung befreit sind.  Suchmaschinen wie  klinkfinder.bkk-dachverband.de  oder www.vdek.com helfen bei der Auswahl einer geeigneten Klinik.

Krankenversicherung

In Deutschland besteht seit 2009 grundsätzlich eine Krankenversicherungspflicht, d. h. jeder Einwohner Deutschlands muss eine Krankenversicherung haben. Man unterscheidet in Deutschland zwischen gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist gesetzlich krankenversichert. Die Versicherung tritt in vielen Fällen kraft Gesetz ein, wenn ein bestimmter Tatbestand erfüllt wird. Die Leistungsansprüche und Beitragshöhe ergeben sich aus dem Sozialgesetzbuch (SGB) V und spezifische Regelungen aus der Satzung der Krankenkasse. Im Gegensatz dazu kommt eine private Krankenversicherung durch Vertrag zustande. Leistungen werden individuell gewählt und die Beitragshöhe bestimmt sich nach Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand des Vertragsnehmers.

Krankengeld

Gesetzlich Krankenversicherte mit Krankengeldanspruch erhalten bei Arbeitsunfähigkeit für die Höchstdauer von 78 Wochen Krankengeld. Das Krankengeld wird bei Beschäftigten nach Ablauf der Entgeltfortzahlung gezahlt. Innerhalb von 3 Jahren gibt es höchstens eineinhalb Jahre lang Krankengeld für dieselbe Krankheit. Eine hinzugetretene Erkrankung verlängert den Anspruch nicht. Das Bruttokrankengeld beträgt 70 Prozent des Bruttoarbeitsentgelts, maximal aber 90 Prozent des Nettoarbeitsentgelts unter Berücksichtigung eines jährlich angepassten Höchstbetrages. Krankengeld wird auch als „Lohnersatzleistung“ bezeichnet.

Krebserkrankung

Bei Krebs handelt es sich medizinisch um eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungsformen.  Allen Krebsarten ist die bösartige Entwicklung von Körperzellen gemeinsam. Der Krebsinformationsdienst (KID) ist in Deutschland der Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Krebs. Er bietet verständliche und wissenschaftlich fundierte Informationen zur Vorbeugung, Untersuchung, Behandlung, Informationen zum Leben mit Krebs und Fachinformationen. Hinweise zu Selbsthilfegruppen bei Krebserkrankungen erhalten Sie im Selbsthilfe-Büro Kreis Kleve unter der Telefonnummer 02821 78 00 12.

Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege ist eine vollstationäre zeitlich begrenzte Heimunterbringung, die grundsätzlich in zugelassenen Pflegeeinrichtungen erbracht wird. Zumeist wird Kurzzeitpflege für eine Übergangszeit im Anschluss an eine stationäre Behandlung im Krankenhaus oder in einer Rehabilitationseinrichtung genutzt. Aber auch in Krisensituationen, wenn die Pflege Zuhause nicht sichergestellt werden kann. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten von maximal 1.612,00 EUR für längstens acht Wochen pro Kalenderjahr für die pflegebedingten Aufwendungen. Der Anspruch kann zusätzlich um 1.612,00 EUR für noch nicht in Anspruch genommene Verhinderungspflege erhöht werden. Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten können nicht übernommen werden.  Hier ist eine Erstattung im Rahmen des  Entlastungsbetrages oder - Hilfe zur Pflege möglich.

L

Landesrahmenvertrag

Der Landesrahmenvertrag Nordrhein-Westfalen wurde am 23.07.2019 unterzeichnet. Er bildet die neue Grundlage für die Organisation der Eingliederungshilfe in unserem Bundesland und ist für die Verwirklichung des Bundesteilhabegesetzes notwendig gewesen. Kostenträger und Leistungserbringer haben in diesem Vertrag vereinbart, wie nun Leistungen für Menschen mit Behinderung individuell und bedarfsgerecht erbracht und bezahlt werden sollen. Im Landesrahmenvertrag und seinen Anlagen werden hierzu Verfahren und Standards, aber auch die Preise für Unterstützungsleistungen festgelegt.

 

Leistung zur medizinischen Rehabilitation

Leistungen zur medizinischen Rehabilitation umfassen insbesondere Behandlung durch Ärzte, Zahnärzte und Angehörige anderer Heilberufe, Arznei- und Verbandsmittel, Heilmittel einschließlich physikalische Sprach- und Beschäftigungstherapie, Psychotherapie, Hilfsmittel sowie Belastungserprobung und Arbeitstherapie sowie Früherkennung und Frühforderung für Kinder mit (drohender) Behinderung. Bestandteil der Leistungen sind auch medizinische, psychologische und pädagogische Hilfen, wie z. B. Hilfen zur Unterstützung bei der Krankheits- und Behinderungsverarbeitung, die Vermittlung von Kontakten zur örtlichen Selbsthilfe- und Beratungsmöglichkeiten oder das Training lebenspraktischer Fähigkeiten. Die Leistungen können ambulant oder (teil)stationär erbracht werden. Leistungsträger sind meistens die gesetzlichen Krankenkassen oder Rentenversicherungsträger.LVRDer LVR ist eine Abkürzung für den Landschaftsverband Rheinland und dieser arbeitet als Kommunalverband für die Menschen im Rheinland. Der LVR erfüllt rheinlandweit Aufgaben in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und der Kultur. Er ist der größte Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen in Deutschland und betreibt mehrere Schulen, einige Kliniken, drei Heilpädagogische Netze sowie etliche Museen und Kultureinrichtungen. Zudem ist er in NRW neben dem LWL der Kostenträger der Leistungen der Eingliederungshilfe. Die Regierungsbezirke die das Gebiet des LVR in NRW umfassen sind Köln und Düsseldorf.LWLDer LWL ist eine Abkürzung und steht für den Landschaftsverband Westfalen Lippe und dieser erfüllt, genauso wie der LVR, Aufgaben in der Behinderten- und Jugendhilfe, allerdings nicht für die Menschen im Rheinland, sondern für die östlichen Regierungsbezirke das Arnsberg, Münster und Detmold umfasst. Der LWL betreibt ebenso wie der LVR mehrere Einrichtungen wie Krankenhäuser, Förderschulen sowie Museen. Der LWL ist für die 8,3 Millionen Menschen in den vorgenannten Regierungsbezirken der zuständige Kostenträger, wenn es um Leistungen der Eingliederung geht.

 

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Leistungen zur beruflichen Rehabilitation oder zur Berufsförderung werden als „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“, auch „LTA“ bezeichnet.  Sie dienen dazu, die Erwerbsfähigkeit zu erhalten und neue Berufschancen zu eröffnen. Dies können zum Beispiel technische oder persönliche Hilfsmittel, Kraftfahrzeughilfen, Leistungen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, Wohnungshilfen, Arbeitsassistenz oder Leistungen in einer anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) sein. Kostenträger sind in der Regel die gesetzliche Rentenversicherung, Unfallversicherung oder die Agentur für Arbeit. Ausführliche Informationen finden Sie unter https://www.rehadat.de/presse-service/lexikon/Lex-Leistungen-zur-Teilhabe/

 

Leistungserbringer

Als Leistungserbringer bezeichnet man denjenigen, der die Leistung zur Verfügung stellt. Bei einem Rollstuhl ist Leistungserbringer das Sanitätshaus, bei einer stationären Behandlung das Krankenhaus, bei Zahnersatz der Zahnarzt. Damit die Leistungsempfänger die Leistungen nach dem Sachleistungsprinzip erhalten können, schließen die Leistungsträger mit den Leistungserbringern Verträge.

Leistungsträger

Leistungsträger ist derjenige, der die Leistung bezahlt. Bei einer Versorgung mit einem Rollstuhl ist dies in der Regel die Krankenkasse. Leistungsträger für Leistungen, die infolge eines Arbeitsunfalles erbracht werden, ist dies die Berufsgenossenschaft. Leistungsträger der Eingliederungshilfe können das zum Beispiel das Jugendamt, der Kreis Kleve oder der Landschaftsverband Rheinland (LVR) sein.

Lernbehinderung

In der Schule gelten Kinder und Jugendliche als lernbehindert, wenn sie in ihrem Lern- und Leistungsvermögen umfassend von der Altersnorm abweichen und zusätzliche sonderpädagogische Förderung benötigen. Ursache kann eine angeborene deutlich unterdurchschnittliche Intelligenz sein, hirnorganische Störungen, eine Entwicklungsverzögerung, aber auch andere Beeinträchtigungen wie Schwerhörigkeit oder psychische Probleme. Zahlreiche Hilfen der Früherkennung und Frühförderung, der sonderpädagogischen Förderung in der Schule, der beruflichen Rehabilitation sowie in Freizeit und Lebensgestaltung stehen zur Verfügung, um eine Inklusion in allen Lebensbereichen zu ermöglichen.

Lerntherapie

Lerntherapie ist zielführend, wenn bei Kindern eine Lese-/Rechtschreibschwäche, eine Rechenschwäche, anhaltende Schwierigkeiten im Bereich des Lern- und Arbeitsverhaltens oder Probleme im Bereich der Aufmerksamkeit/Konzentration vorliegen und Nachhilfeunterricht nicht ausreichend ist. Wenn ein Kind eine diagnostizierte Teilleistungsstörung wie Legasthenie oder Dyskalkulie hat und seine seelische Gesundheit dadurch bedroht ist, können die Kosten für eine Lerntherapie im Rahmen der Eingliederungshilfe vom Jungendamt übernommen werden.

M

Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes

Um Menschen, die pflegebedürftig sind, eine weitgehend selbstständige Lebensführung zu ermöglichen oder die Pflege zu erleichtern, sind manchmal bauliche Veränderungen notwendig. Als „Umbau“ werden insbesondere Maßnahmen bezeichnet, die mit wesentlichen Eingriffen in die Bausubstanz verbunden sind, z. B. die behindertengerechte Umgestaltung eines vorhandenen Badezimmers (Einbau einer bodengleichen Duschwanne, Waschbecken mit Rollstuhl unterfahrbar), ein fest installierter Treppenlift oder festinstallierte Rampen oder Türverbreitungen für Rollstuhlfahrer. Die Pflegekasse kann sich insgesamt mit einem Zuschuss von 4.000,00 EUR an den Umbaumaßnahmen beteiligen. Werden mehrere Maßnahmen gleichzeitig notwendig, ist dies als eine Maßnahme anzusehen. Unter Umständen besteht für die 4.000,00 EUR übersteigenden Kosten ein Anspruch gegenüber dem überörtlichen Sozialhilfeträger. Teilweise gibt es auch Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

 

Mehrbedarf

Hilfebedürftige, die Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Grundsicherung im Alter oder Sozialhilfe erhalten, können zusätzlich zum Regelsatz weitere finanzielle Zuschläge (Mehrbedarf) erhalten, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Mehrbedarfe gibt es zum Beispiel während der Schwangerschaft, für Alleinerziehende oder wenn eine Behinderung mit den Merkzeichen G oder aG vorliegt.

 

Mehrfachbehinderung

Liegen mehrere Behinderungen bei einer Person vor, so sprechen wir von einer Mehrfachbehinderung. Ein Teil einer Mehrfachbehinderung kann auch eine körperliche Behinderung ebenso wie eine geistige Behinderung sein, es gibt auch noch eine Vielzahl anderer Behinderungsarten, die bei einer Mehrfachbehinderung auftreten können wie z.B. eine Hörbehinderung.

Menschenrechte

Menschenrechte sind Rechte die für alle Menschen gelten, egal wo sie sich aufhalten, was sie für eine Weltanschauung haben, welche Hautfarbe, welche Staatsangehörigkeit oder äußeren Merkmale sie haben. Diese Rechte sind zum Beispiel Persönlichkeitsrechte oder auch Freiheitsrechte. Auf internationaler Ebene wurde 1948 vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen eine allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. Es gibt eine Vielzahl an Konventionen die die Menschenrechte im Hinblick auf einzelne Personengruppen wie z.B. Kinder oder Menschen mit Behinderungen regelt.

Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK)

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung ist ein medizinischer und pflegefachlicher Beratungs- und Gutachterdienst. Im gesetzlichen Auftrag unterstützt und berät er die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung in medizinischen und pflegerischen Fragen. Zu den Kernaufgaben gehören zum Beispiel die Pflegebegutachtung bei Anträgen auf Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung, die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit, die Prüfung von komplexen oder aufwendigen Hilfsmittelversorgungen oder die Unterstützung der Versicherten bei ärztlichen Behandlungsfehlern.  Der MDK Nordrhein ist einer von insgesamt 15 Medizinischen Diensten in Deutschland und mit rund 1000 Mitarbeitern an acht Standorten tätig.

N

Nachteilsausgleich

Dieser dient dazu, Nachteile die eine Person durch ihre Behinderung hat, durch verschiedene Rechte sowie Leistungen die u.a. in den Sozialgesetzbüchern verankert sind, auszugleichen. Diese Leistungen können zum Beispiel finanzieller Natur sein oder auch einer zeitlich und formal modifizierten Prüfungsweise im Studium. Diese Rechte auf Nachteilsausgleich sind, bis auf wenige Ausnahmefälle, jedoch nur den Menschen mit Behinderung vorbehalten, die eine anerkannte Schwerbehinderung haben.

 

Notruf

Polizei    110
Rettungsdienst und Feuerwehr 112
Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117
Telefonseelsorge 0800 1 11 01 11oder  0800 1 11 01 22
Hilfetelefon „Schwangere in Not“  0800 40 40 020
Kinder- und Jugendtelefon 116 111
Elterntelefon 0800 1 11 05 50
Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ 08000 116 016
Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte  Fax: 030 340 60 66 07
                                                                                      info.deaf@bmg.bund.de
                                                                                      info.gehoerlos@bmg.bund.de
Gebärdentelefon (Videotelefonie)   www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Notfallambulanz

Bei schweren Verletzungen und Erkrankungen, die eine schnelle ärztliche Hilfe erfordern, stehen die Notfallambulanzen rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche zur Verfügung. Die Notfallambulanz ist im Kreis Kleve bei den Krankenhäusern angegliedert.
Die Alternative zur Notaufnahme ist der kassenärztliche Notdienst: Wer leicht verletzt oder erkrankt ist, aber nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten kann, wählt die bundesweite Telefonnummer 116117. Die Servicenummer  vermitteln den Kontakt zu Ärzten, die Bereitschaftsdienst haben. Die Patient*innen erfahren, welche Praxis in der Nähe geöffnet ist.

O / Ö

P

Palliativversorgung

In der Palliativversorgung geht es um die umfassende Betreuung von Menschen mit nicht heilbaren, fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Erkrankung bei einer begrenzten Lebenserwartung. Das oberste Ziel ist die Linderung der Beschwerden und die Steigerung der Lebensqualität. Leitfaden sollte dabei immer der Wille des Patienten sein. Palliativversorgung hat deshalb nicht nur die Symptome im Blick, sondern kümmert sich ganzheitlich um die Bedürfnisse des Patienten und seiner Angehörigen.

 

Peerberatung

Der erste Begriff Peer kommt aus dem Englischen und bezeichnet eine Gruppe von Menschen mit den gleichen Merkmalen beziehungsweise mit vergleichbaren Erlebnissen im Lauf ihres Lebens. Diese können auf Augenhöhe beraten. Wenn der*die Berater*in gleiche Erlebnisse und Erfahrungen wie die*der Ratsuchende hat, so kann die Beratung einen anderen Verlauf nehmen, andere Inhalte und Ergebnisse haben. Wenn ein*e Ratsuchende*r von der persönlichen Betroffenheit der*des Berater*in weiß, dann wird sie*er offener in das Gespräch gehen.

 

Persönliches Budget

Das Persönliche Budget ist kein Rechtsanspruch auf eine neue Leistung, sondern eine neuartige Form, in der Leistungen erbracht werden können. Das Persönliche Budget bietet behinderten Menschen als Expert*innen in eigener Sache die Möglichkeit, die benötigten Unterstützungsleistungen eigenverantwortlich, individuell und selbstbestimmt einzukaufen, zu bezahlen und zu organisieren.Zur Gewährung eines persönlichen Budgets ist ein formloser Antrag beim zuständigen Kostenträger nötig. Dieses kann als einfaches (Leistungen von einem Kostenträger) oder trägerübergreifendes Budget (Leistungen von unterschiedlichen Kostenträgern) in Anspruch genommen werden. Als Käufer*in, Kund*in oder Arbeitgeber*in entscheiden die Leistungsberechtigten selbst, welcher Dienstleistungsanbieter oder welche Person bzw. welches Hilfsmittel Ihren Hilfebedarf am passendsten deckt (Arbeitgebermodell: Der Budgetnehmer ist selbst der Arbeitgeber). Die zweckgebundene Ausgabe des Persönlichen Budget wird in einer Zielvereinbarung festgehalten. Die Leistungsform des Persönlichen Budgets wurde bereits mit dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch zum 1. Juli 2001 eingeführt und seit dem 1. Januar 2008 haben Menschen mit Behinderungen einen Rechtsanspruch auf diese Form der Leistung.

 

Pflegegrad

Der Pflegegrad entscheidet, welche Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch genommen werden können. Seit 2017 gibt es Einteilungen von Pflegegrad 1 bis Pflegegrad 5. Zuvor erfolgte die Einteilung in drei Pflegestufen.  Die Pflegegrade orientieren sich nach der Schwere der Beeinträchtigung der Selbstständigkeiten oder der Fähigkeiten der pflegebedürftigen Person. Für die Festlegung eines Pflegegrades bedarf es eines Antrages auf Leistungen der Pflegeversicherung. Dem Antrag folgt dann eine Pflegebegutachtung, die als Grundlage für die Entscheidung des Leistungsträgers dienst.

 

Pflegegutachten

Das Pflegegutachten wird oft auch bezeichnet als „MDK-Gutachten“. Wer Pflegeleistungen bei seiner Pflegekasse beantragt, wird begutachtet, damit festgestellt werden kann, wie groß die Einschränkungen und der Pflege- und Unterstützungsbedarf sind. Meistens kommt hierzu ein*e Gutachter*in des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) zu der*dem Versicherten nach Hause und führt dort eine Untersuchung und ein Interview durch. Die Ergebnisse des Interviews und der Untersuchung werden schriftlich zusammengefasst und an die Pflegekasse geschickt, die aufgrund dessen über den Pflegegrad entscheidet. Jede*r Versicherte hat das Recht, sich das Pflegegutachten nach Hause schicken zu lassen.

 

Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung wurde am 01.01.1995 als eigenständiger Zweig der Sozialversicherung eingeführt. Alle, die gesetzlich krankenversichert sind, sind automatisch in der sozialen Pflegeversicherung versichert. Privat Krankenversicherte müssen eine private Pflegeversicherung abschließen. Die Pflegeversicherung sieht verschiedene Leistungen vor, die Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in Anspruch nehmen können. Neben Leistungen bei der Pflege zu Hause (ambulante Pflege) gibt es Unterstützung bei der Pflege im Heim oder Leistungen für alternative Wohnformen.

 

Pflegewohngeld

Die im Pflegeheim entstehenden Kosten gliedern sich in Kosten für Pflege, Unterbringung und Verpflegung, Ausbildungsumlage und Investitionskosten. Investitionskosten sind die Kosten, die dem Träger einer Pflegeeinrichtung im Zusammenhang mit der Anschaffung, der Herstellung und der Instandsetzung von Gebäuden entstehen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann in NRW ein Zuschuss gezahlt werden, wenn das Einkommen bzw. Vermögen nicht ausreicht, die Investitionskosten zu tragen. Dieser Zuschuss, der bis zur Höhe der tatsächlichen Investitionskosten des Heimes gewährt wird und direkt an die Pflegeeinrichtung gezahlt wird, nennt man Pflegewohngeld.

 

Professionelle Hilfe

Bei seelischen Erkrankungen, insbesondere bei Depressionen, reichen Gespräche mit Freunden oder Angehörigen oft nicht aus. Wichtig ist dann, Hilfe durch speziell geschulte Therapeuten, Ärzte oder anderes Fachpersonal zuzulassen. Diese Hilfe durch Experten bezeichnet man als „Professionelle Hilfe“.

Psychotherapeutische Sprechstunde

Ein erstes Gespräch in einer psychotherapeutischen Praxis ist seit 2017 ohne ärztliche Überweisung oder Antrag bei der Krankenkasse möglich. In der psychotherapeutischen Sprechstunde kann man sich zu seinen Problemen beraten und einschätzen lassen, ob eine Psychotherapie hilfreich sein könnte oder notwendig wäre.

Psychosoziale Beratungsstellen

Sind zum Beispiel Familien-, Frauen-, Erziehungs-, Lebens- oder Suchtberatungsstellen. Dort arbeiten Mitarbeiter*innen unterschiedlicher Berufsgruppen wie z.B. ärztliches Fachpersonal,  Psychotherapeut*innen, Sozialarbeiter*innen  oder auch speziell geschulte Pflegekräfte zusammen, um Ratsuchenden bei ihren Problemen zu helfen. Sie bieten selbst keine Therapien an, können aber beraten, über Unterstützungsmöglichkeiten informieren und diese vermitteln.

 

Psychotherapie

Mit der psychotherapeutischen Sprechstunde erhält man zeitnah ohne Überweisung Zugang zu einer psychotherapeutischen Versorgung. In einem Erstgespräch wird geklärt, welche Therapieform geeignet ist. Die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein vermittelt innerhalb von einer Woche einen entsprechenden Termin in zumutbarer Entfernung mit einer Wartezeit, die vier Wochen nicht überschreiten darf. Neben der Akutbehandlung gehören die Verhaltenstherapie, die  tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die analytische Psychotherapie zu den Therapieformen, die im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten sind.

Q

R

Rechte

Menschen mit Behinderungen haben die unterschiedlichsten Rechte. Zuerst sind dabei die Sozialgesetzbücher zu nennen, in denen viele Rechte von Menschen mit Behinderungen niedergeschrieben sind. Dann ist noch zu nennen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in dem festgehalten ist, dass, unter anderem eine Benachteiligung aufgrund der Behinderung im Bewerbungsverfahren auszuschließen ist.

 

Reha

Ist das Kurzwort für die Rehabilitation. Es wird in verschiedenen Kontexten verwandt. Im Folgenden wird eine stationäre Rehabilitation beschrieben. Eine Reha, beziehungsweise früher kannten wir es umgangssprachlich unter dem Begriff Kur, wird auf Antrag hin gewährt oder dem Antragssteller verwehrt. Im letzteren Fall kann der Antragssteller dagegen Widerspruch einlegen. Eine Reha kann von den unterschiedlichsten Stellen angeordnet werden. Beispielsweise kann die Deutsche Rentenversicherung einen Antrag auf Reha verlangen oder der behandelnde Arzt*in schlägt dies vor.

 

Rehabilitationssport (Rehasport)

Rehabilitationssport ist ein Angebot für Menschen, die von Behinderungen bedroht oder bereits beeinträchtigt sind. Rehasport verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und wirkt mit Hilfe von Sport wie Schwimmen, Leichtathletik, Gymnastik oder Bewegungsspielen und soll Ausdauer, Kraft, und Koordination stärken. Rehasport wird vom Arzt in der Regel für 50 Übungseinheiten verordnet, die in einem Zeitraum von 18 Monaten absolviert werden.

 

Rente

Der Begriff Rente bezeichnet zumeist eine monatliche Zahlung eines Betrages ab einem gewissen Alter und wird deshalb häufig auch als Altersrente bezeichnet. Es gibt allerdings auch eine - Erwerbsminderungsrente beziehungsweise eine teilweise Erwerbsminderungsrente die ausgezahlt wird, wenn eine Person nach Begutachtung durch einen unabhängigen Dienst eine bestimmte regelmäßige Arbeitszeit nicht überschreiten kann.

 

 

S

Schriftdolmetscher

Ein Schriftdolmetscher kann bei Arzt- und Krankenhausbesuchen, in der Reha oder bei anderen Gelegenheiten das Gesagte live mitschreiben. Er wird oft bei Schwerhörigen und Taubblinden, die noch ein wenig sehen können, eingesetzt. Der geschriebene Text kann direkt auf einem Laptop oder Bildschirm mitgelesen werden. Für Schwerhörige können damit   Kommunikationsprobleme und Missverständnisse verhindert werden. Bei gesundheitlichen Beratungen zahlen die Krankenkassen die Schriftdolmetscher. Dafür muss wie beim Gebärdensprachdolmetscher die Kostenübernahme vorher beantragt werden.

Schwerbehinderung

Schwerbehindert ist, wer einen Grad der Behinderung von mindestens 50 zuerkannt bekommen hat. Die Feststellung der Schwerbehinderteneigenschaft trifft für Menschen mit Wohnsitz im Kreis Kleve der Kreis Kleve, Abteilung 1.3 – Schwerbehindertenangelegenheiten, Nassauerallee 15 – 23, 47533 Kleve.

Schwerbehindertenausweis

Ab einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 besteht die Möglichkeit, auf Antrag einen Schwerbehindertenausweis zu bekommen. Der Schwerbehindertenausweis belegt den GdB und ggfs. merkzeichenabhängige Nachteilsausgleiche. Er wird in der Regel für einen befristeten Zeitraum (maximal 5 Jahre) ausgestellt.  Durch Vorlage des Schwerbehindertenausweises erhält man teilweise Vergünstigungen (z. B. Ermäßigung bei Eintrittsgeldern).

 

Sehbehinderung

Man unterscheidet zwischen korrigierbaren und nicht korrigierbaren Sehbeeinträchtigungen. Die korrigierbaren Sehbeeinträchtigungen lassen sich durch eine Brille oder Kontaktlinsen beheben. Nicht korrigierbare Sehbehinderungen liegen häufig seit Geburt vor, wurden durch einen Unfall hervorgerufen oder betreffen Erkrankungen des Auges.
Als „wesentlich sehbehindert“ gilt, wer nicht mehr als 10 Prozent sieht. Menschen mit einer Sehkraft von nicht mehr als 5 Prozent gelten als „hochgradig sehbehindert“ und haben Anspruch auf „Hilfen für hochgradig sehbehinderte Menschen“.

Selbsthilfe

Gemeinschaftliche Selbsthilfe lebt von dem Engagement und dem Miteinander. Sie entsteht immer dort, wo Menschen in Notlagen geraten, die sie aus eigener Kraft bewältigen wollen. Das Gruppenprinzip und das Suchen/Finden von Hilfen außerhalb der Familie und ergänzend zur professionellen Hilfe charakterisieren die gemeinschaftliche Selbsthilfe.
Im Kreis Kleve gibt es etwa 160 Selbsthilfegruppen zu gesundheitlichen und sozialen Themen (Behinderungen, chronische Erkrankungen, Suchterkrankungen, psychische Erkrankungen, Psychosoziale Probleme, besondere soziale Probleme, Frauen und Männer).
Das Selbsthilfe-Büro hilft bei der Suche nach der geeigneten Gruppe oder bei der Neugründung (Telefon 02821 78 00 12).
 

Sinnesbeeinträchtigung, Sinnesbehinderung

Von einer Sinnesbehinderung spricht man, wenn bei Menschen die Wahrnehmung ihres Hör-, Seh-, Tast- oder Riechsinns eingeschränkt ist und nicht durch Hilfsmittel ausgeglichen werden kann. In den meisten Fällen sind Hör- oder Sehvermögen betroffen. Das Spektrum der Sinnesbehinderungen umfasst leichtere Beeinträchtigungen der Sinne bis hin zum vollständigen Hör- oder Sehverlust.
Bei der Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises können bei Hör- und/oder Sehverlust besondere Merkzeichen erteilt werden, die im Antrag unter Punkt 10.1 anzukreuzen sind.

 

Sozialgesetzbücher

Das deutsche Sozialgesetzbuch ist die systematische Zusammenfassung der Rechtssätze des Sozialrechts. Es gibt insgesamt 12 Sozialgesetzbücher: Sozialgesetzbuch I: Allgemeiner Teil; Sozialgesetzbuch II: Grundsicherung für Arbeitssuchende; Sozialgesetzbuch III: Arbeitsförderung; Sozialgesetzbuch IV: Sozialversicherung; Sozialgesetzbuch V: Gesetzliche Krankenversicherung; Sozialgesetzbuch VI: Gesetzliche Rentenversicherung; Sozialgesetzbuch VII: Gesetzliche Unfallversicherung; Sozialgesetzbuch VIII: Kinder- und Jugendhilfe; Sozialgesetzbuch IX: Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen; Sozialgesetzbuch X: Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz; Sozialgesetzbuch XI: Soziale Pflegeversicherung; Sozialgesetzbuch XII: Sozialhilfe.

 

Sprach- und Sprechstörung

Als Sprachstörung bezeichnet man eine verzögerte Sprachentwicklung oder den Verlust der Sprache. Eine Sprechstörung liegt vor, wenn Laute nicht korrekt oder fließend gebildet werden (Stottern, Lispeln, Poltern oder Stammeln).
Sprach- und Sprechstörungen werden von Logopäden oder Sprachheilpädagogen behandelt.

 

Stufenweise Wiedereingliederung (auch Hamburger Modell genannt)

Die stufenweise Wiedereingliederung ermöglicht es, nach einer Erkrankung zurück ins Berufsleben zu finden und sich langsam wieder an den Arbeitsalltag zu gewöhnen. Der Arzt erstellt einen Wiedereingliederungsplan, der zur Genehmigung der Krankenkasse und dem Arbeitgeber vorzulegen ist. Während der stufenweisen Wiedereingliederung wird weiterhin Arbeitsunfähigkeit bescheinigt und Krankengeld gezahlt. Wird die stufenweise Wiedereingliederung während einer medizinischen Rehabilitation eingeleitet, zahlt der Kostenträger der Reha (in der Regel die Rentenversicherung) Übergangsgeld.

T

Taubheit (siehe Hörbeeinträchtigung)

Es wird bei einer Taubheit unterschieden zwischen einer angeborenen Taubheit sowie einer erworbenen Taubheit und zwischen einer beidseitigen und einer einseitigen. Die Unterscheidung, ob jemand eine Hörbeeinträchtigung oder eine Taubheit hat, lässt sich mittels eines Hörtestes feststellen. Von einer Taubheit spricht der Mediziner, ab einem Hörverlust in Höhe von 100 dB (Dezibel) im Hauptsprachbereich

Teilhabe

Teilhabeleistungen

-    Soziale Teilhabe
Unter sozialer Teilhabe werden alle Aktivitäten zusammengefasst die den Freizeitbereich betreffen. Soziale Teilhabe von Menschen mit Behinderungen bedeutet Ihnen ein selbständiges und eigenverantwortliches Leben auch und gerade im Freizeitbereich zu verschaffen durch Leistungen wie Fahrdienste oder Assistenzen.

-    Teilhabe am Arbeitsleben (LTA)
Teilhabe am Arbeitsleben beziehungsweise Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben müssen beim zuständigen Kostenträger beantragt werden. Sie können aus Hilfsmitteln bestehen oder aus Hilfen am Arbeitsplatz u.a. mit denen versucht wird ein eventuell auftretendes Defizit des behinderten Arbeitnehmers auszugleichen.

Menschen mit Behinderungen haben unter gewissen Vorrausetzungen Anspruch auf Leistungen zur Teilhabe. Diese Leistungen zur Teilhabe sind auf 5 Bereiche aufgeteilt die im Sozialgesetzbuch (SGB) IX wie folgt aufgeteilt werden:  
Medizinische Rehabilitation (Reha, §§ 42 ff. Sozialgesetzbuch (SGB) IX),
Berufliche Reha (§§ 49 ff. Sozialgesetzbuch (SGB) IX),
Ergänzende Leistungen zur Reha (§§ 64 ff. Sozialgesetzbuch (SGB) IX),
Teilhabe an Bildung (§ 75 Sozialgesetzbuch (SGB) IX) sowie
Soziale Reha (§§ 76 ff. Sozialgesetzbuch (SGB) IX).
Teilhabeleistungen sollen dazu beitragen, dass Menschen mit Behinderungen oder davon bedrohte bzw. chronisch erkrankte am Leben teilhaben können. Dass die Barrieren für diese Person durch diese Leistungen verringert werden bzw. ganz verschwinden.

U / Ü

Übergangsgeld

Das Übergangsgeld überbrückt einkommenslose Zeiten während der Teilnahme an einer medizinischen oder beruflichen Rehabilitationsmaßnahme. Es wird nur gezahlt, wenn kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht und deshalb auch als Lohnersatzleistung bezeichnet. Die Höhe ist unterschiedlich und richtet sich nach dem vorhergehenden Einkommen. Zuständig können die Rentenversicherungsträger, Unfallversicherungsträger oder die Agentur für Arbeit sein.

UN-BRK

Dies ist eine Abkürzung und steht für die UN Behindertenrechtskonvention. Die Konvention für Menschen mit Behinderungen spezifiziert die Menschenrechte für diese Personengruppe. Sie ist im Jahr 2006 durch die UNO Vollversammlung verabschiedet worden und im Jahr 2008 in Kraft getreten. In Deutschland wurde sie am 24.02.2009 ratifiziert. Das heißt das sie seitdem auch in Deutschland Gültigkeit besitzt. Die UN-BRK besteht aus 50 Artikeln in denen unter anderem der Behinderungsbegriff definiert wurde.

 

Unterhalt, Unterhaltspflicht

Bestimmte Leistungen (z. B. Hilfe zur Pflege, Eingliederungshilfe, Grundsicherung) werden nachrangig erbracht und sind vom Einsatz des eigenen Einkommens und Vermögens abhängig. Dabei wird auch berücksichtigt, ob andere Personen (Eltern, Kinder, Ehegatten oder Lebenspartner) der bedürftigen Person gegenüber zum Unterhalt verpflichtet sind. Die Einkommensfreigrenze bei Prüfung der Unterhaltspflicht wurde für Leistungen der Eingliederungshilfen ab 01.01.2020 auf 100.000 EUR Bruttojahreseinkommen erhöht.

 

Unterstützte Beschäftigung

Die unterstützte Beschäftigung stellt eine Alternative zur Arbeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt dar und ist im § 55 Sozialgesetzbuch (SGB) IX verankert. Sie findet in mehreren Phasen unter dem Grundsatz: „Erst platzieren, dann qualifizieren“ statt.


Urlaub mit Behinderung/Einschränkung

Urlaub oder Freizeit ist für Menschen mit den verschiedensten Behinderungen dank einiger Anbieter, die sich speziell auf den Bereich der Menschen mit Behinderungen spezialisiert haben, möglich. Die Möglichkeit eines Urlaubs nach individuellen Wünschen mit einer persönlichen Assistenz besteht auch.

V

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie ist eine der drei möglichen Behandlungsformen, die im Rahmen der Psychotherapierichtlinien Bestandteil der Krankenbehandlung sind und damit zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung zählen. Die Verhaltenstherapie basiert darauf, dass bestimmte Verhaltensweisen und Denkmuster erlernt und somit auch wieder verlernt werden können.

 

Verhinderungspflege

Ist eine Pflegeperson wegen Erholungsurlaub, Krankheit oder anderer Gründe an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegekasse die nachgewiesenen Kosten einer notwendigen Ersatzpflege bis maximal 1.612,00 EUR für längstens sechs Wochen pro Jahr. Voraussetzung ist, dass die Pflegeperson den Pflegebedürftigen mindestens sechs Monate gepflegt hat und mindestens Pflegegrad 2 vorliegt. Ergänzend können bis zu 50 Prozent des Leistungsbetrags für die Kurzzeitpflege (maximal 806 EUR im Kalenderjahr) genutzt werden.   Bei nahen Angehörigen oder Personen, die mit der pflegebedürftigen Person in häuslicher Gemeinschaft leben, gelten besondere Regelungen.

Vermögensfreigrenze

Um Leistungen der Eingliederungshilfe zu bekommen ist zu berücksichtigen, dass bis zu einem bestimmten Betrag, das Vermögen des behinderten Menschen (Antragssteller) bei der Berechnung der Leistungen herangezogen wird. Die Vermögensfreigrenze beträgt 150 % der jährlichen Bezugsgröße, das sind für das Jahr 2020: 57.330 € (150 % von 38.220 €).

Vollstationäre Pflege

Vollstationäre Pflege ist die Pflege in einem Pflegeheim. Die Pflegekasse zahlt für die Kosten der Pflege einen Zuschuss, der vom Pflegegrad abhängig ist. Dieser beträgt bei Pflegegrad I
Für Unterkunft und Verpflegung muss der Pflegebedürftige selbst aufkommen.

W

Weiterbewilligung

Zahlreiche Sozialleistungen wie z. B. Arbeitslosengeld II, Wohngeld oder Grundsicherung werden befristet bewilligt. Im Bewilligungsbescheid ist ein Datum angegeben, bis zu welchem die Leistungen erbracht werden. Um eine Leistungsunterbrechung zu vermeiden, sollte rechtzeitig ein Antrag auf Weiterbewilligung (Folgeantrag) gestellt werden. Grundsätzlich ist im Bewilligungsbescheid angegeben, wann der Folgeantrag gestellt werden sollte.

 

Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)

Die WfbM ist eine Arbeitsform für behinderte Menschen. Diese Arbeitsform ist im Gesetz definiert als Einrichtung zur Teilhabe am Arbeitsleben und zur Eingliederung in das Arbeitsleben. Sie bietet Menschen mit Behinderungen, die aufgrund ihrer Behinderung nicht oder noch nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können, eine Chance, eine angepasste Bildung sowie einen strukturierten Tagesablauf zu erhalten.

Wohnen

Es gibt verschiedene Wohnungshilfen für schwerbehinderte Menschen, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen. Diese sind finanziert aus den Mitteln der Ausgleichsabgabe, die von Arbeitgebern zu zahlen ist, welche keine oder wenige behinderte Menschen bei sich beschäftigen. Ein anderes Mittel im Sinne der sogenannten Nachteilsausgleiche ist das Wohngeld.

Wohnen in Pflege- oder Gastfamilien

Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung können im Rahmen der sozialen Teilhabe in einer Pflege- oder Gastfamilie leben. Neben professioneller Unterstützung bieten die Familienmitglieder der Person mit Behinderung Unterstützung im Alltag.  Kostenträger ist der Landschaftsverband (LVR).

Wohnumfeldverbesserung - Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes

 

Wunsch- und Wahlrecht

Art und Umfang der Sozialleistungen werden weitgehend durch Gesetze und andere Rechtsnormen bestimmt. Wünsche von Leistungsberechtigten sollen dabei berücksichtigt werden, soweit diese angemessen sind. Dies ergibt sich aus § 33 Sozialgesetzbuch I.

X

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Z

Zuständige Behörde

Zuständige Behörde bei Schwerbehindertenangelegenheiten im Kreis Kleve ist seit dem 01.01.2008 die Kreisverwaltung. Die Anschrift lautet: Kreis Kleve – Der Landrat - Abteilung 1.3 – Schwerbehindertenangelegenheiten, Nassauerallee 15 – 23, 47533 Kleve.

Zuzahlungsbefreiung - Befreiung von Zuzahlungen

Zweitmeinung (ärztliche ) - Ärztliche Zweitmeinung